Die EinweihungDie Einweihung

Das Buch „Einweihung“ von Elisabeth Haich (20. März 1897 – 31. Juli 1994), einer ungarischen Künstlerin und Autorin, ist in einschlägigen Kreisen hierzulande die Bibel der Esoterik. Sie machte nach dem 2ten WK Joga in Europa populär. Gemeinsam mit Helene Petrovna Blvatsky (12. Aug. 1831 – 8. Mai 1891), einer russlanddeutschen Okkultistin, die in New York 1875 die Theosophische Gesellschaft gründete, brachte sie dem westlichen christlichen Kulturkreis die östliche Spiritualität näher.

Das Buch lässt sich grob in zwei Teile gliedern. Der erste Teil beschreibt die Autorin als Suchende auf dem Weg nach ihrer Vergangenheit und als ehemalige Prinzessin in Ägypten, die ca. 2300 v. Chr. in der 5. Dynastie gelebt haben soll. Dieser Teil liest sich wie ein spannender Roman und wie viel davon auf einer echten Rückführung fußt und authentisch ist, muss jeder für sich selber entscheiden. So nicht alles wahr ist, so ist es auf alle Fälle gut erfunden. Es gibt zwischen Himmel und Erde sicher mehr als wir uns vorstellen können und oft tun einige Leute noch etwas dazu, so dass mittlerweile jeder zweite Esoteriker ein ehemaliger Prinz, König, Feldherr oder sonst wie geschichtsträchtig ist. Die zweite Hälfte ist eine trockene geistige Betrachtung von geometrischen Figuren/Körpern und Tierkreiszeichen.

Esoterik? - Das angehängte Zitat hat wahrscheinlich erst die Massen bewegt und der Esoterik den großen Zulauf beschert. Das Wissen und der Glaube fehlt allerorts. Als der Geistliche einmal mit seinem Brimborium1 bei uns vorbei kam, um zu „benedizieren“, da wunderte sich unsereiner als Kind. Gott war doch einer der hatte ein Haus und wurde in einem Tabernakel eingesperrt. Dass Gott auch außerhalb existiert, hat erst die Esoterik wieder bewusst gemacht. Dieses Geschäftsfeld hat man kampflos wie schon zuvor die Seelsorge „Spezialisten“ d.h. in letzterem Fall Psychiatern überlassen. Was heute der „Geistlichkeit“ noch bleibt ist das Vorlesen aus der Bibel, was aber eigentlich durch den Buchdruck und die deutsche Übersetzung der selben durch Luther auch schon obsolet geworden ist. Die Gezänke um Marienverehrungen, Liturgien und Riten können wohl nicht darüber hinwegtäuschen, dass Wesentliches den Bach hinunter geht.

1Brimborium: nicht die Mittel heiligen die Person, sondern die Person heiligt die Mittel. Im Klartext: ein unreiner sündiger Mensch entweiht alles. Um geistlich/göttlich wirken zu können muss man selber frei, rein, schuldlos etc. d.h. heilig oder heil sein. Ein Kranker kann keinen Kranken heilen und ein Blinder keinen Blinden führen.

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Die Kirchen haben weder das Wissen noch den Glauben,
um die Welt zu retten.

Helena Petrovna Blvatsky

siehe auch:
Haus meines Vaters