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Good old Europe 2012

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Written by: Famulus
Category: cat_start
Published: 15 March 2020

Gerade in der jetzigen Zeit, in der die europäische Kultur sich mit vielen anderen Kulturen und Religionen konfrontiert sieht und europäische Werte in ihrem Kern bedroht zu sein scheinen, stellt sich mehr denn je die Frage, was an der europäischen Kultur als Überlebens- und Erhaltenswert gilt. Wofür lohnt es sich zu kämpfen, um es für die Nachwelt zu erhalten, und was kann und soll von anderen Kulturen übernommen werden, ohne dabei europäische Errungenschaften zu verraten. Am 12.April 2012 hat Egon Kapellari im Rahmen der 4.Seggauer Gespräche das europäische Selbstverständnis umschrieben: „Europa ist im Lauf der bisherigen Kirchengeschichte am längsten und fundamentalsten vom Christentum geprägt worden und seine christlichen Wurzeln tragen und nähren auch heute trotz aller Säkularisierung millionenfach.“ Solche Worte von hoher österreichischer kirchlicher Autorität klingen in einer Zeit großer europäischer Kirchen- und Religionsflucht eher wie Durchhalteparolen des im Untergang befindlichen Dritten Reiches bzw. hier Europas, als irgendwie real begründet zu sein. In der Tat muss man hinter Statistiken und abstrakten Zahlen von Kirchenaustritten und Konfessionszugehörigkeiten blicken, um christliche Wertvorstellungen mit ihren gelebten Wurzeln qualifizieren und quantifizieren zu können.

Man muss die geistige Entfremdung von einem Teil der Menschen verstehen, die zu Recht feststellen, dass der sonntägliche Gottesdienstbesuch und die sieben Sakramente doch nicht alles sein können, was Gott zu bieten hat. Die Beziehung zur Mutter Kirche scheint dabei wie die zu Eltern zu sein, in der die Kinder erwachsen werden oder sind und es den Eltern nicht gelingt, die Beziehung den veränderten Gegebenheiten anzupassen. Die Rollenverteilung, die bei Kindern noch funktioniert hat, scheint so nicht mehr zu entsprechen. Nicht nur der Gebenden und Empfangende, Schenkende und Beschenkte, sondern auch der Duldende, Leidende und Ertragende wechselt plötzlich. Das was in der Kinderstube das Weite, Offene, Allumfassende und Ganzheitliche war, ist nun eng, starr und fremd geworden. Wahrscheinlich hatte auch der Hl. Apostel Paulus einen Teil dieser Konflikte auszutragen mit Jüngern, die am letzten Abendmahl waren, weil diese glaubten, pro multis erlöst zu sein und Paulus davon ausgeschlossen wäre. Wahrheit ist, dass Paulus, der nicht direkt mit Jesus in Kontakt stand, mehr für diesen getan hat als alle anderen zusammengenommen und bei dem pro multis auch nicht alle Anwesenden des letzten Abendmahls inkludiert sind oder waren. Dies ändert auch nichts daran, dass Paulus vielleicht derjenige war, der Jesus gegenüber die größte Schuld abzutragen hatte.

Alleine wie man beim Apostel Paulus sieht, ist es mit der Mutter Kirche und den „säkularisierten“ Kindern nicht so, dass man das Christentum weder an Quantität noch an der Qualität nach ihrer äußeren Form beurteilen kann. Andererseits sind nicht alle, die sich von der Mutter Kirche entfernt haben, Heilige Apostel im Sinne von Paulus. Die Kirche bleibt aber gerade diesen erwachsenen Kindern sehr vieles schuldig und die Menschen müssten in verantwortungsvoller Weise in die Freiheit, die Jesus für alle erkauft hat, herangeführt werden. Eltern können ihren Kindern auch nicht nur Geld und Wohnungsschlüssel in die Hand geben und dann ihrem Schicksal überlassen. Der Lernprozess mit heranwachsenden Kindern ist für Eltern oft schmerzlich aber dennoch wichtig und notwendig – lernen und wachsen doch beide dabei. Die Sorgen in diesem Prozess betreffen nicht den Prozess als solches, sondern vielmehr das Niveau auf dem dieser Prozess ausgetragen wird. Hier ist der Gradmesser wie tief die christlichen Wurzeln sind, und diese stehen in schlechter werdenden Zeiten ernsthaft auf dem Prüfstand.

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Die Menschen können nicht frei werden,
ohne zur Freiheit erzogen zu sein.
Henry Thomas Buckle (24.Nov. 1821 - 29.Mai 1862)

Meine Schafe

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Written by: Famulus
Category: cat_start
Published: 15 March 2020

Meine SchafeEs gab und gibt immer wieder Probleme beim Spenden der heiligen Sakramente. Sei es die Kommunion für Geschiedene oder sonst diesem Sakrament unwürdige, kirchliche Begräbnisse, Hochzeitfeiern oder leider auch Taufen. Gerade bei letzteren ist uns in der Diözese Vorarlberg ein Fall bekannt, der das Wesen all dieser Probleme unverblümt offen legt. Es geht dabei um eine Kindertaufe, die zu spenden einem älteren Mitbruder im Priesteramt in einer bestimmten Pfarre nicht erlaubt wird. Beim Spenden der Eucharistie, dem Heiligsten des Christentums, ist es noch am einsichtigsten, dass für den Zelebrant oft die Würde dieses Sakramentes nicht garantiert ist. Nach dem Konzil gibt es aber doch sehr viele Freiheiten, die es jedem ermöglichen würden, den entsprechenden Rahmen auch in kritischen Situationen zu finden (unser Beitrat Das Allerheiligste kann warten). Freilich bleibt eine Verärgerung, die dadurch entsteht, dass dem eigentlich hohen Rahmen eines solchen Ereignisses nicht entsprochen werden kann/konnte, zurück. Diese Verärgerung sollte aber nicht durch eine Totalverweigerung des entsprechenden Sakramentes, sondern durch geistige/geistliche Arbeit an der Causa Prima begegnet werden. Letztlich ist es ein Mangel an Verständnis, Aufklärung und Liebe, die man den Brüdern und Schwestern oder gar einem selber schuldig geblieben ist. Sakramente sind Werkzeuge, die wie alle Werkzeuge in guter und schlechter Absicht eingesetzt werden können. Sakramente sind vor allem keine Zaubermittel oder Zaubersprüche, die nach Harry Potter Manier mit strikten Riten oder Zauberformeln wie ein Kampfmittel zu verwendet sind und die jemand als Fähigkeit oder als Macht besitzen kann. Nicht nur bei oben erwähnter Taufe geht es um einen lokalen Warlord, der versucht seine „eigenen“ Schafe in mittelalterlicher Leibeigenschaft zu halten, sondern auch beim Gründer der Piusbrüder dem Erzbischof Marcel Lefebvre (29.Nov. 1905 – 25. März 1991). Unverhohlen hat dieser bei einem Gespräch (siehe entsprechenden Artikel von 12.Juni 2012) auch die Katze aus dem Sack gelassen. Niemand weidet seine eigenen Schafe und Jesus hat das Lösegeld für jeden bezahlt, damit niemand niemandes Sklave sei. Ihr sollt einander dienen, so wie ich euch gedient habe und der Größte unter euch soll der Diener aller sein.

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Alle Empfindungen, die wir beherrschen, sind rechtmäßig.
Alle, die uns beherrschen, sind verbrecherisch.
Jean-Jacques Rousseau (28.Juni 1712 - 2.Juli 1778)

21.12.2012 als Chance

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Written by: Famulus
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Published: 14 March 2020

Auch wenn das Jahr 2012 noch nicht abgeschlossen ist, soll hier das Jahr 2012 im Vergleich zu früheren als ein besonderes herausgearbeitet werden - besonders, weil einige Ereignisse und Entwicklungen zukünftige Wege vorzeichnen. Selbst die Frömmsten würden von einem Jahr 2012 nicht die Lösung von selbstgemachten und selbstverursachten Problemen, wie der Eurokrise, den Unruhen im Nahen Osten, die irgendwann auch auf Europa übergreifen werden (wie etwa die Unruhen anlässlich von Angelika Merkel in Griechenland erahnen lassen) oder ähnlichen erwarten – im Gegenteil d.h. so mancher hofft auf Gerechtigkeit und dass Gott sein Strafgericht über die Erde bald errichten möge. Dennoch sehen wir in diesem Jahr positive Impulse für künftige Entwicklungen, wie es sie schon lange nicht mehr gegeben hat. Einerseits scheint etwa wissenschaftlich mit der Higgs Boson Entdeckung eine lang erwartete Tür nun weit geöffnet oder etwa mit dem Stratos-Sprung, Neuland erobert zu werden, andererseits bringt aber gerade erst die Krise eine Rückbesinnung auf wahre Werte und drängt Populisten, falsche Propheten, Demagogen und Schaumschläger zurück wie in einem Artikel in diePresse oder Kurier gut aufgezeigt wurde. (An Beispielen für Demagogen, Schaumschläger, Schönredner etc. fehlt es in der österreichischen Innenpolitik sicher nicht). Überraschend – bei weiterer Betrachtung aber völlig einsichtig – ist, dass dabei alle Bereiche des öffentlichen Lebens erfasst werden d.h. von dieser Entwicklung ist nicht nur die Politik betroffen, sondern auch Wirtschaft, Wissenschaft bis hin zu Weltanschauungen und Religionen. Dass gerade unter religiösem Deckmantel Narrenfreiheit existiert und man sich hier selbst für noch so großen Unfug bis hin zu nahezu kriminellen Delikten, unerträgliche Freiheiten herausnehmen kann, wurde etwa mit dem Nudelsieb erfolgreich vorexerziert.

Wie ein Körper durch Krankheit reagiert, wenn man ungesund lebt oder sich ungesund ernährt, so reagiert auch das soziale Miteinander und Gefüge, wenn die Lebensweise/Lebenseinstellung nicht mehr stimmt durch Krisen oder/und gesellschaftliche, soziale und religiöse Spannungen, Konflikte und Unruhen. Krankheiten wie Krisen und Konflikte sind Chancen, die man ernst nehmen und nützen soll bzw. muss, um Schlimmerem zu entgehen. Das Jahr 2012 und die Folgenden sind Jahre der Chance und das nicht nur durch die Neuevangelisierung Europas. Sie sollten vor allem Jahre der Erkenntnis sein und uns bewusst machen, dass die Früchte an den Bäumen in unserem Paradies mit mehr Sorgfalt und Bedacht konsumiert werden müssen. Nicht nur die Bibel weiß, dass der Tag der Erkenntnis die Vertreibung aus einem Paradies ist, sondern auch Walther Rathenau, das letztes Opfer des Deutschen Kaiserreiches und das erste Opfer des Dritten Reiches hat dies vorausgeahnt und auch selber miterleben müssen. Eine Vertreibung aus einem Paradies, wo mitunter nicht mehr alles als Wunder gesehen werden kann, was bisher als Wunder galt (siehe).
Anmerkung:
Der Verleihung des Friedensnobelpreises an die Europäischen Gemeinschaften zum Trotz, weisen die separatistischen Strömungen in vielen europäischen Staaten darauf hin, dass man dem komplexen übergeordneten Ganzen nicht mehr gewachsen ist. Nicht das Eingeständnis eines solchen Sachverhaltes ist ein Zeichen von Verfall, sondern die Tatsache selbst und ein offenes Eingeständnis würde eher für eine große Reife sprechen zu der man sich aber erst durchringen muss.

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Es steht uns bevor die Zeit des Erkennens und der Grausamkeit.
Nach ihr kommt die Zeit des Begreifens und der Liebe.
Walther Rathenau (29.Sep. 1867 - 24.Juni 1922)

Wettlauf ums Gehirn

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Written by: Famulus
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Published: 14 March 2020

Ende Januar 2013 berichteten etwa spiegel.online oder der Kurier von zwei Flagschiff-Forschungsprojekten, welche die EU in den kommenden Jahren mit je 1 Milliarde Euro fördern will. Dem nicht genug, scheint auch, wie n-tv.de berichtet, nun ein ähnliches Projekt in Amerika in Vorbereitung. Dieses Human Brain Project, in dem das menschliche Gehirn auf einem Großrechner simuliert werden soll, spricht in ganz besonderer Weise für das europäische (aber auch amerikanische) Selbstverständnis. Europäern und Amerikanern ist viel zu wenig bewusst, dass ihre ganze Wesensart kopflastig ist. Dies äußert sich nicht nur in einer verkopften Theologie und Philosophie, sondern auch in der gesamten durchrationalisierten Arbeitswelt und nicht zuletzt auch in der Schulmedizin. Überflüssig zu sagen, dass bei uns die Gehirnfunktionen eines Menschen entscheidet, ob jemand als tot oder lebendig einzustufen sei. Es ist aber nicht nur die Kopflastigkeit, die uns dieses Projekt hier erwähnen lässt, sondern die immer wiederkehrenden Versuche des Menschen, Menschen zu schaffen oder nachzubilden. Die Geschichten darüber sind so alt wie die über Adam, der aus Lehm erschaffen wurde, dem jüdischen Golem oder einem Frankenstein. Soll da ein künstliches Gehirn der europäischen wissenschaftlichen Elite etwas Besonderes sein, die nur ein Organ eines künstlichen Menschen erschaffen will? Es gab schon zurzeit Jesu Magier, Priester oder Zauberkünstler, die bei Jahrmärkten toten Kamelen kurzfristig Leben einhauchten. Sei es, dass sie dies mit Elektrophysiologie wie ein Galvani mit Froschschenkel (ohne die genauen physikalischen Zusammenhänge zu verstehen) machten, oder dies mit anderen uns bisher verborgenen Techniken bewerkstelligten, es blieb immer alles bei stümperhaften unvollendeten Versuchen, auch wenn in der heutigen Zeit eher von Biophysik, einem Orgon-Akkumulator eines Wilhelm Reichs oder etwa synthetischer Biologie gesprochen wird.

Aufgeklärte geschlechtsreife Menschen sollten eigentlich wissen, wie neues Leben entsteht. Liebe, Selbstaufgabe und grenzenlose Hingabe an etwas bereits Vorhandenes, etwas Werdendes und dann Heranwachsendes ermöglicht das Entstehen und Wachsen neuen Lebens. Wer es billiger gibt, ist ein Räuber und Dieb (d.h. ein Heiratsschwindler, Kinderschänder, Vergewaltiger, Kindermörder oder ähnliches) und handelt gegen ein höheres Gesetz. Woher kommt der Glaube und die Bemühungen, wir könnten, wie Jesus, Tote erwecken, nur eben mit etwas weniger Liebe und Selbsthingabe? Alles was uns an dieser Vollkommenheit fehlt, fällt wie dunkler schwarzer Schatten durch das Geschaffene auf uns zurück. Das Geschaffene ist letztlich die eigene Inkarnation, bei der man selbst wie ein Weizenkorn in die Erde fällt und stirbt. Glücklich ist nur, was ohne Makel neu erstarken kann.

<<<< * >>>>

Der ist ein Arzt, der das Unsichtbare weiß,
das keinen Namen hat, keine Materie und doch seine Wirkung.
Philippus Theophrastus Paracelsus (1493 - 24. Sep. 1541)

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