Leib & Seele

Wir haben schon früher in einem sehr häufig gelesenen Beitrag „Sind wir ferngesteuert ?“ darauf hingewiesen, dass der Körper nur durch die Seele lebendig wird. Wir haben den materiellen Körper mit einem Auto verglichen, das die Seele benützt wie ein Fahrzeugbesitzer. Jesus selbst erklärt den Zusammenhang indem er über das Schlafen des Menschen spricht mit einem etwas anderen Bild:

6. Wenn du einen Rock am Leibe hast und nach griechischer Art eine Hose an den Beinen, so leben durch deines Leibes Bewegung Rock und Hose, das heißt, sie müssen deinem Willen sich also fügen, als wie sich deines Leibes Glieder fügen dem Willen deiner Seele. So du aber im Sommer in ein Bad gehst, da ziehst du die Kleider aus, weil du sie im Bade nicht brauchen kannst. Rock und Hose befinden sich nun, während du im Bade bist, in einer notwendigen Ruhe und haben für sich weder eine Regung noch eine Bewegung. Entsteigst du wieder dem Bade, so werden dein Rock und deine Hose gleich wieder die frühere Regung und Bewegung bekommen und gewisserart mit dir leben. Warum zogst du aber des Badens wegen deine Kleidung aus? Sieh, weil sie dir beschwerlich war und dich zu drücken begann! Im Bade aber hast du dich gestärkt, und deine dir beschwerlich gewordene Kleidung wird dir nach dem Bade völlig federleicht vorkommen.
7. Wenn deine Seele durch des Tages Beschwerden müde und schwach geworden ist, so erwacht in ihr das Bedürfnis nach einer erquicklichen und stärkenden Ruhe. Da zieht dann die müde Seele alsbald ihr gegliedertes Fleischgewand aus und begibt sich in ein stärkendes Bad des geistigen Wassers und badet, reinigt und stärket sich darin; ist sie wieder stark geworden, dann begibt sie sich wieder in ihren Fleischrock und bewegt dessen schwerfällige Glieder wieder mit einer großen Leichtigkeit.

Das Auto wie auch der Rock oder die Hose bedürfen zwar einer gewissen Pflege bzw. Wartung, da sie aber eigentlich leblos sind, in diesem Sinne nicht der Ruhe. Es sind Maschinen, die sich abnützen und einer Alterung unterliegen. Jeder Autobesitzer wird daher neben dem Fahrziel vor allem aber erst für sich selber Sorge tragen. Der Autobesitzer, der ohne sein Auto nicht leben kann, wird das Schicksal seines Mobiles teilen müssen. Wohl dem, der sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad, Flugzeug oder was auch immer, in einer Welt wandeln kann, die er kennt. Selig die Seele, die nicht nur ihr Auto sondern auch seinen eigenen göttlichen Geist kennt, der der Seele ewiges göttliches Leben, Fahrziel und den unvergänglichen ätherischen Leibesteil (in diesem Sinn das "Vehikel" - d.h. die Bewegungs- und sämtliche Tätigkeitsmöglichkeiten, die alle Sinne sowie Gefühle eines Menschen umfassen) gibt.

8. Wer da sich selbst erproben will, ob er in der Demut ganz vollendet ist, der frage sein Herz, ob er noch durch irgend etwas beleidigt werden kann, und ob er seinen größten Beleidigern und Verfolgern leicht aus vollem Herzen vergeben kann und Gutes tun denen, die ihm Arges zugefügt haben, ob er gar keine Sehnsucht nach irgendeiner Weltherrlichkeit dann und wann fühlt, ob es ihm angenehm ist, als der Geringste unter den Geringen sogar sich zu fühlen, um jedermann in allem dienen zu können! Wer das alles ohne Trauer und Wehmut vermag, der ist schon hier ein Einwohner der höchsten Himmel Gottes und wird es bleiben in Ewigkeit; denn durch solch eine gerechte Demut wird nicht nur die Seele völlig eins mit ihrem Geiste, sondern auch zum größten Teile der Leib.
9. Daher wird solch ein Mensch den Tod des Leibes auch nie fühlen und schmecken, weil der gesamte ätherische Leibesteil – als der eigentlich naturlebige – schon diesseits mit der Seele und ihrem Geiste unsterblich geworden ist.
10. Durch den physischen Tod wird nur das gefühl- und leblose Schattenwerk von der Seele abgelöst, was der Seele kein Bangen und keinen weiteren Schmerz verursachen kann, weil alles Gefühlslebendige des Leibes sich schon lange ganz mit der Seele geeinigt hat; und alsonach kann ein so vollendetgestaltiger Mensch denn auch den Abfall des ohnehin immer gefühllosen und somit toten, äußern Schattenleibes ebensowenig verspüren, als so man seinem Leibe bei dessen vollen Naturlebzeiten die Haare abschneidet oder die Nägel, wo sie übers Fleisch hinausgewachsen sind, oder den Wegfall einer Hautschuppe, die sich hie und da von der ohnehin unfühlbaren Oberhaut des Leibes ablöst. Denn was am Leibe nie ein Gefühl hatte, das kann auch beim gänzlichen Austritt der Seele aus dem Leibe keine Empfindung haben, weil alles Empfindsame und Lebendige des Leibes sich zuvor schon ganz mit der Seele vereinigt hat und mit ihr nun ein Wesen ausmacht, das nimmer von ihr getrennt wird.

In der Bibel kommen solche Betrachtungen über Leib, Seele und Geist von Jesus nicht vor. In Nachoffenbahrungen1 kann man derartiges aber sehr wohl finden, von denen wir hier nur zwei von den vielen diesbezüglichen geoffenbarten Stellen wieder gegeben haben.

1Die Formulierung „Nachoffenbarungen“ ist eigentlich nicht richtig und es handelt sich hier um eine eigene Wortschöpfung, um Konflikte mit bestehenden Wörtern, die teils sehr negativ besetzt sind, zu vermeiden.Wie wir schon mehrfach festgehalten haben, hat Jesus zu Lebzeiten weit mehr gelehrt und gewirkt als im gängigen Schrifttum zu finden ist. Es sollten hier die Inhalte für sich sprechen und wer sich darüber hinaus redlich auf die Suche begibt, wird unsere Hinweise zu die Quellen auch finden. Wer bei vielem in der Bibel schon Zweifel hegt und die Wundertaten als Übertreibungen von primitiven ungebildeten Menschen sieht, wird mit umfassenderen Schriften auch nicht glücklicher werden.

siehe auch:
der Jüngste Tag
Test: alte Seele
Reinkarnation II
Jesus über die Bibel